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Diversifikation

Invest-Control-Redaktion7 Min. Lesezeit
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Diversifikation ist einer der wenigen Grundsätze, auf den sich in der Welt des Investierens fast alle einigen. Ihr Kern passt in ein bekanntes Sprichwort: nicht alle Eier in einen Korb legen. Fällt ein Korb, verliert man nicht das ganze Frühstück. Im Portfolio heißt das, das Vermögen so zu streuen, dass keine einzelne Hiobsbotschaft das Ganze umwerfen kann.

Nicht alle Eier in einen Korb legen

Hielte jemand seine gesamten Ersparnisse in den Aktien eines einzigen Unternehmens, hinge sein Schicksal an einem Faden — an einer Führung, einem Produkt, einer Regulierung. Ein misslungenes Produkt, ein Skandal oder eine schlechte Saison genügen, und der Wert bricht ein, ohne dass man etwas dagegen tun kann.

Durch die Streuung auf mehrere unabhängige Positionen wird dieses einzelne Schicksal verwässert. Ein schwaches Ergebnis eines Unternehmens wird durch ein besseres eines anderen ausgeglichen, und das Ganze bewegt sich ruhiger als sein wildester Teil. Diversifikation erhöht nicht die erwartete Rendite — sie senkt das Schwanken und das Risiko, dass ein einzelnes Ereignis Sie versenkt. Mehr zum Verhältnis von Schwankung und tatsächlichem Verlust steht im Beitrag über Risiko und Volatilität.

Zwei Arten von Risiko

Der Schlüssel zum Verständnis der Diversifikation ist der Unterschied zwischen zwei Arten von Risiko:

Art des RisikosWas es betrifftLässt es sich wegdiversifizieren?
Unsystematisch (spezifisch)Ein bestimmtes Unternehmen oder eine Branche — schlechtes Management, eine Klage, ein LieferantenausfallJa — es verblasst, je mehr Titel man hält
Systematisch (Marktrisiko)Der ganze Markt — Rezession, Zinsen, Geopolitik, InflationNein — es trifft alles zugleich

Diversifikation dämpft zuverlässig das spezifische Risiko. Je mehr voneinander unabhängige Positionen man hält, desto weniger zählt das Schicksal einer einzelnen. Das Marktrisiko bleibt jedoch — fällt der ganze Markt, sinkt auch ein gut gestreutes Portfolio. Das ist der Preis der Teilnahme am Markt, und Diversifikation nimmt ihn nicht weg.

Ebenen der Diversifikation

Man kann auf mehreren Ebenen zugleich streuen, und erst ihre Kombination ergibt ein wirklich robustes Ganzes:

  • Einzelne Titel — viele Unternehmen statt eines, damit kein einzelnes Schicksal alles entscheidet.
  • Sektoren — Technologie, Gesundheit, Energie, Konsum; verschiedene Branchen reagieren unterschiedlich auf dasselbe Ereignis.
  • Regionen — der Heimatmarkt, Europa, die USA, Schwellenländer; Probleme eines Landes müssen die anderen nicht treffen.
  • Anlageklassen — Aktien, Anleihen, Immobilien, Bargeld; diese bewegen sich oft nicht im selben Moment in dieselbe Richtung.
  • Währungen — Positionen in verschiedenen Währungen streuen das Risiko, dass eine Schwäche einer von ihnen am Gesamtwert zehrt. Der Beitrag über das Währungsrisiko geht näher darauf ein.

Korrelation: warum es hilft, Widersprüchliches zu kombinieren

Die Zahl der Positionen allein genügt nicht. Zehn Technologieunternehmen fallen in einer Sektorkrise gemeinsam — sie verhalten sich fast wie eines. Entscheidend ist daher die Korrelation, also das Maß, in dem sich zwei Anlagen gemeinsam bewegen.

Diversifikation funktioniert am besten zwischen Dingen, die sich nicht gleich bewegen. Fällt das eine, während das andere stabil bleibt oder steigt, heben sich ihre Ausschläge teilweise auf und das Ganze ist ruhiger als seine Teile.

Das Ziel ist also nicht, möglichst viele Positionen zu sammeln, sondern solche zusammenzustellen, die auf dieselben Ereignisse unterschiedlich reagieren. Gerade die niedrige gegenseitige Korrelation macht aus einem Haufen Titel ein wirklich ausgewogenes Portfolio.

Wenn Diversifikation übertrieben wird

Mehr ist nicht immer besser. Für die übermäßige Verwässerung hat sich der Begriff „Diworsification" eingebürgert — der Punkt, an dem weitere Positionen das Risiko nicht mehr senken, sondern nur Komplexität und Kosten erhöhen:

  • Nach einigen Dutzend unabhängigen Titeln nimmt jeder weitere nur noch minimal vom Gesamtschwanken — der Nutzen erschöpft sich schnell.
  • Ein übermäßig zersplittertes Portfolio ist schwerer zu überblicken und umzuschichten und kann Gebühren und steuerpflichtige Vorgänge unnötig vervielfachen.
  • Bei zu vielen Positionen nähert sich das Ergebnis ohnehin dem ganzen Markt an — nur teurer und mühsamer, als ihn direkt zu halten.

Es geht um ein vernünftiges Maß, nicht um das Maximum. Einige Dutzend gut gewählte, widersprüchliche Positionen fangen meist den weitaus größten Teil des Nutzens der Diversifikation ein.

Diversifikation mit einem einzigen Instrument: ETFs

Dutzende Titel von Hand zusammenzustellen ist mühsam und teuer. Genau dafür gibt es Fonds und börsengehandelte Fonds (ETFs): ein einziger Kauf gibt Ihnen einen Anteil an einem Korb aus Dutzenden bis Tausenden Unternehmen auf einmal. Ein breiter Index-ETF bietet damit sofortige Diversifikation über Titel, Sektoren und Regionen in einer Position. Wie sich ETFs von Aktien und klassischen Fonds unterscheiden, behandelt der Beitrag über Aktien, ETFs und Fonds.

Wo Invest Control hilft

Diversifikation lässt sich nicht blind steuern — man muss sehen, wie das Portfolio tatsächlich gestreut ist. Invest Control zeigt die Aufteilung der Positionen und das Gewicht jeder Währung an einem Ort, sodass Sie auf einen Blick erkennen, ob nicht zu viel auf einem einzelnen Titel, einem Sektor oder einer Währung ruht. Der währungsübergreifende Überblick bringt zudem alles auf einen vergleichbaren Wert, damit sich die Ausgewogenheit des Portfolios mit einem einzigen Blick beurteilen lässt.

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